Fledermausquartier in einer Spalte




Kot von Zwergfledermäusen


Fledermäuse in Not – Unheimliche Untermieter?

 

Die neuen Untermieter sind da!

Es rumort im Rollladenkasten?
Kot liegt auf dem Fenstersims?

Was tun?

Es sind vielleicht Zwergfledermäuse, aber auch andere Arten suchen bei uns einen Unterschlupf.

 

Keine Panik:
Fledermäuse zerstören keine Häuser. Sie nagen nicht am Holz und bisher wurden keine nennenswerte Schäden bekannt, die sie verursacht haben könnten.

 

Können die Fledermäuse bleiben?

Ja
Wir gratulieren Ihnen! Sie haben etwas Seltenes im Haus, das sich viele Fledermausfreunde wünschen. Übrigens: im chinesischen Volksglauben bringen Fledermäuse Glück! Das Haus wird jetzt vielleicht nicht nur für die Fledermäuse eine zentrale Stätte, sondern auch für viele Interessierte und für manchen heimlichen Neider. Achtung: So plötzlich wie die Fledermäuse gekommen sind, können sie auch wieder verschwinden! Nicht traurig sein, sie kommen im nächsten Jahr wieder, denn das Haus gehört nun in das "saisonale Programm" der Fledermäuse.

Ja, aber.......?
Gibt's weitere Überraschungen? Was kann passieren? Kurz gesagt: Wenn Fledermäuse z.B. in Rollladenkästen oder über Terrassen wohnen, können herunterfallende Exkremente störend sein. Grosse Kolonien fallen durch ihr Gezeter und Rumoren auf. Durch offene Fenster können Fledermäuse einfliegen. Dies kann aber auch geschehen, wenn sie nicht im Haus wohnen. Das wäre wohl alles, denn viele Geschichten stimmen einfach nicht, z.B. dass Fledermäuse in die Haare fliegen. Im Jagdeifer können sie uns versehentlich zu nahe kommen. Mehr wie einen Lufthauch spüren wir meist nicht und durch diesen harmlosen Kontakt sollte man sich nicht erschrecken.
Fachberatung ist wichtig, falls Sie Strukturänderungen am oder beim Quartier planen. Denken Sie bei Ihren Abwägungen daran, dass die Gäste nicht das ganze Jahr über da sind.

Erkunden Sie bitte Ihre Probleme. Vielleicht finden Sie selbst einen Kompromiss. Wenn nicht, dann sicher mit Hilfe eines Fledermausspezialisten, der in Ihrer Nähe arbeitet (siehe Adressliste). In der Nordwestschweiz hilft pro Chiroptera.

Nein
Schade, aber sicher haben Sie sehr wichtige Gründe. Wir bitten Sie um Geduld. Fledermäuse sind durch Gesetze geschützt. Deshalb muss äusserst schonend gehandelt werden. Vertreibungen sind für die Jungen gefährlich. Umsiedlungen durch Versetzen der Tiere funktionieren nicht und enden katastrophal. Gemeinsam mit Spezialisten muss das weitere Vorgehen geplant werden. Folgende Informationen sind jetzt wichtig: Wo fliegen sie ein und aus? Wieviele sind es ungefähr? Beobachten Sie bitte die Fledermäuse und notieren Sie Ihre Ergebnisse. Vielleicht können Ihnen Jugendliche helfen, die Spass an so einer ungewohnten Forschungsarbeit haben.
Der Verschluss von Quartieren ist möglich, wenn die Fledermäuse nicht anwesend sind. Das kann beispielsweise im Winter geschehen. Allerdings können sich auch dann noch unsichtbare Winterschläfer im Haus aufhalten. Wenn verschlossen wird, sollte das so geschehen, dass Eingeschlossene immer noch entweichen können, der Einflug aber nicht mehr möglich ist. Also: Suchen Sie sich fachkundige Hilfe!


Oh Schreck, auch Dreck?

Es darf nicht verschwiegen werden, dass grosse Kolonien gelegentlich sehr ungünstige Orte aufsuchen und dann dort ihren Kot herunterfallen lassen, wo ihn die Hausbewohner gar nicht schätzen. Viele Betroffene verhalten sich tolerant und putzen fleissig die Kotkrümel wieder weg. Wenn die kleinen Gäste bleiben können, ist dies ein nahezu anonymer, aber äusserst wertvoller Beitrag im Naturschutz und zeugt von grosser Tierliebe. Wer Ordnungssinn und Sauberkeitsbedürfnis mit praktiziertem Naturschutz in Einklang bringen kann, darf stolz auf seine guten Dienste für die so vielfach misshandelte Natur sein.
Oft wird die Montage eines "Kotbrettchens" empfohlen, das den Kot auffängt oder in eine andere Richtung fallen lässt. Eine geschickte Anbringung kann helfen. Allerdings darf das Brett nicht zu nahe am Einflugsspalt sein (Distanz mindestens einen Meter), sonst wird der meist steil von unten nach oben führende Anflug gestört. Zwischenzeitlich können Gegenstände mit einer Folie oder einem Tuch abgedeckt werden.

 

Fledermaus-Nottelefon für Region Basel: 078 815 36 53
übrige Deutschschweiz: 079 330 60 60